So vermeiden Sie den Verlust Ihrer Einzahlung: Warum Sie nicht versuchen sollten, Verluste auszugleichen
Stell dir vor: zwei Niederlagen in Folge in den letzten fünf Minuten. Das Guthaben ist an einem einzigen Vormittag um ein Fünftel geschrumpft. Die Hand streckt sich schon danach aus, den Einsatz zu erhöhen, und eine innere Stimme flüstert: „Jetzt hole ich alles mit einem einzigen Zug wieder auf.“ Kommt dir das bekannt vor? Genau in diesem Moment beginnt in der Regel der eigentliche Verlust des Guthabens. Nicht durch eine schlechte Chartanalyse, sondern durch einen einzigen unüberlegten Klick, der aus einer emotionalen Reaktion heraus erfolgt.
Zwei Wege nach dem gescheiterten Geschäft
Nach einem missglückten Trade steht ein Trader immer vor einer Weggabelung. Der erste Weg besteht darin, den Einsatz zu erhöhen, um die Verluste schneller auszugleichen. Die Logik dahinter ist einfach und trügerisch: Wenn der nächste Trade erfolgreich ist, wird das Guthaben nicht nur wiederhergestellt, sondern sogar noch aufgestockt. Das Problem ist, dass eine Pechsträhne in keiner Weise mit dem Wunsch zusammenhängt, Verluste auszugleichen – die Wahrscheinlichkeit des nächsten Ergebnisses hängt nicht vom vorherigen Ergebnis ab.
Der zweite Weg: Innehalten. Den Einsatz auf dem bisherigen Niveau beibehalten oder gar eine Pause von zehn bis fünfzehn Minuten einlegen. Das klingt langweilig, aber gerade diese Langeweile rettet Ihr Konto: Ohne emotionalen Druck fällt es leichter, auf eine Handelsgelegenheit zu warten, die wirklich Ihren Einstiegsregeln entspricht, anstatt jede Kerze an den Wunsch anzupassen, Verluste auszugleichen. Wie man den Kapitalschutz systematisch aufbaut, wurde ausführlich im Artikel über Risikomanagement bei binären Optionen beschrieben – wenn du noch kein System hast, solltest du dort anfangen.
Hier gilt dieselbe Logik wie im Boxsport. Der Boxer hat einen Schlag eingesteckt, ist wütend geworden und hat sich in den Gegenangriff gestürzt – dabei hat er sich noch mehr exponiert und einen K.o.-Schlag kassiert. Ein erfahrener Kämpfer macht nach einem eingesteckten Schlag einen Schritt zurück, stellt den Abstand wieder her und sucht erst dann nach einer Gelegenheit zum Kontern. Ein Trader unterscheidet sich in dieser Hinsicht nach einem verlorenen Trade in nichts von einem Boxer im Ring: Je schneller man zum Angriff übergeht, desto schmerzhafter ist der Gegenschlag.
Was den Kontostand tatsächlich schmälert
- Eine Erhöhung des Einsatzes nach einer Niederlage ohne klaren Plan – der Versuch, den Verlust mit einem einzigen Einsatz statt mit einer ganzen Serie wieder auszugleichen
- Handel ohne Tageslimit – die Transaktionen laufen so lange weiter, bis entweder das Guthaben aufgebraucht ist oder die Geduld nachlässt
- Ein Einstieg in ein Geschäft aus Langeweile oder aus einer Laune heraus, statt aufgrund eines im Voraus durchdachten Signals
- Eine Verlustserie ignorieren – der Trader wechselt den Vermögenswert oder den Zeitrahmen, ändert aber sein eigenes Verhalten nicht
Besonders erwähnenswert ist das Martingale-System – ein System, bei dem sich der Einsatz nach jeder Niederlage verdoppelt. Die Idee an sich ist kein Verbrechen, aber ohne eine strenge Begrenzung der Anzahl der Schritte wird sie zu einer bequemen Möglichkeit, das Guthaben nach einer einzigen Pechsträhne zu „verspielen“. Wenn Sie sich für eine solche Progression entscheiden, legen Sie im Voraus die maximale Anzahl an Schritten und den Betrag fest, bei dem Sie auf jeden Fall und ohne Ausnahme aufhören.
Emotionen nach einer Serie von Verlusten trüben das Zeitgefühl und das Wahrnehmungsvermögen für Wahrscheinlichkeiten. Es scheint, als sei es „an der Zeit“, zu gewinnen – doch die Statistik kümmert sich leider nicht darum. Darüber, wie Emotionen Entscheidungen am Trading-Terminal generell verzerren, haben wir in einem separaten Artikel über die Psychologie des Traders geschrieben.
Einfache Regeln, die dafür sorgen, dass das Guthaben erhalten bleibt
Ein funktionierendes System ist in der Regel langweilig. Ein fester Prozentsatz des Kapitals pro Trade, ein Tageslimit für die Anzahl der Trades und ein separates Limit für die Anzahl aufeinanderfolgender Verluste, nach dessen Erreichen der Handel für diesen Tag beendet wird – das ist schon das ganze Geheimnis. Keine Zauberei, sondern einfach Disziplin – und diese einzuhalten ist gerade in Momenten emotionaler Anspannung am schwierigsten.
Das Guthaben geht selten aufgrund eines einzigen Fehlers bei der Chartanalyse verloren. Viel häufiger schmilzt er aufgrund von einem Dutzend kleiner Entscheidungen dahin, die nacheinander aus einer emotionalen Reaktion heraus getroffen wurden. Diese Entscheidungen lassen sich bequem in der App „Trading Journal“ festhalten – sie dient genau dazu, ehrlich zu erkennen, wo der Handel nach Plan verlief und wo er aus Gewohnheit stattfand.
- Erhöhe den Einsatz nach einer Niederlage „automatisch“ nicht – erst eine Pause, dann eine wohlüberlegte Entscheidung
- Lege ein Tageslimit für den Gesamtbetrag und die Anzahl der Transaktionen fest und überschreite es unter keinen Umständen.
- Führe Buch über deine Transaktionen: Ohne Zahlen vor Augen scheinen Emotionen immer wichtiger zu sein als Statistiken