Japanische Kerzen und Zeitrahmen: Suche nach Einstiegspunkten
Japanische Kerzen sind eines der aussagekräftigsten Instrumente für die Chartanalyse. Im Gegensatz zu herkömmlichen Linien zeigen sie nicht nur die Kursrichtung an, sondern auch das tatsächliche Kräftemessen zwischen Käufern und Verkäufern. Das Verständnis der Kerzenstruktur und ein richtig gewählter Zeitrahmen bilden die Grundlage für sichere und gewinnbringende Trades.
Wie ist eine japanische Kerze aufgebaut und was sagt sie aus?
Ein gewöhnliches Liniendiagramm zeigt nur die Schlusskurse an und lässt wichtige Details außer Acht. Im Gegensatz dazu gibt die japanische Kerze den Kursverlauf für einen bestimmten Zeitraum vollständig wieder. Jede Kerze besteht aus zwei wesentlichen Elementen:
- Der Kerzenkörper ist der rechteckige Teil, der die Spanne zwischen Eröffnungs- und Schlusskurs anzeigt. Anhand der Breite und Größe des Körpers lässt sich das Hauptvolumen der Kursbewegung abschätzen.
- Der Schatten (Docht oder Schwanz) – dünne Linien oben und unten. Sie zeigen die Extrempunkte (Höchst- und Tiefststände) an, die der Kurs vor dem Rückgang erreicht hat.
Farblogik und Signale der Kerzen
Die Farbe und Form der Kerze geben einen schnellen Hinweis auf die Marktstimmung:
- Grüne Kerze – Der Schlusskurs lag über dem Eröffnungskurs (die Käufer haben die Oberhand).
- Rote Kerze – Der Schlusskurs lag unter dem Eröffnungskurs (die Verkäufer haben die Oberhand).
- Ein großer Körper mit kurzen Schatten – auf dem Markt ist eine selbstbewusste, ruhige Entwicklung in eine Richtung zu beobachten.
- Ein kleiner Körper mit langen Schatten ist ein Zeichen für einen harten Kampf zwischen „Bullen“ und „Bären“. In solchen Momenten sollte man besser davon absehen, im Trend einzusteigen, und abwarten, bis sich die Lage stabilisiert hat.
Eine japanische Kerze im Chart Was ist ein Zeitrahmen und wie funktioniert er?
Ein Zeitrahmen ist der Zeitraum, in dem sich eine Kerze vollständig bildet. Die gleichzeitige Betrachtung mehrerer Zeitrahmen ermöglicht es, den Markt aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und sich ein umfassendes Bild zu verschaffen:
- Der übergeordnete Zeitrahmen – zeigt die allgemeine globale Trendrichtung und die Richtung, in die sich die Mehrheit der Marktteilnehmer bewegt.
- Der kleinere Zeitrahmen – gibt Einblick in das „Innenleben“ einer einzelnen großen Kerze. Auf ihm sind Mikro-Niveaus, lokale Haltepunkte und genaue Einstiegspunkte zu erkennen, die auf einer größeren Skala nicht sichtbar sind.
Schematischer Vergleich zweier Zeitrahmen-DiagrammeEntscheidungsalgorithmus zur Kerzenanalyse
- Schritt 1. Ermittlung des Trends. Beurteilen Sie auf dem übergeordneten Zeitrahmen die allgemeine Richtung und treffen Sie eine grundsätzliche Entscheidung – kaufen oder verkaufen.
- Schritt 2. Suche nach einem Einstiegspunkt. Wechseln Sie zum nächstkleineren Zeitrahmen, suchen Sie lokale Zwischenniveaus und wählen Sie den sichersten Zeitpunkt für den Einstieg aus.
- Schritt 3. Festlegen der Laufzeit. Wählen Sie eine für Sie passende Laufzeit (Ablaufzeit) aus, die der aktuellen Marktaktivität und Volatilität entspricht.